{"id":3738,"date":"2015-11-26T13:29:53","date_gmt":"2015-11-26T12:29:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.strasbourginstitute.org\/?p=3738"},"modified":"2021-11-18T10:14:11","modified_gmt":"2021-11-18T09:14:11","slug":"studying-luther-in-wittenberg-2015-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ecumenical-institute.org\/en\/2015\/11\/26\/studying-luther-in-wittenberg-2015-2\/","title":{"rendered":"Studying Luther in Wittenberg 2015"},"content":{"rendered":"<p>Im November fand das 12. Seminar des LWB-Luther Zentrums \u201cStudying Luther in Wittenberg\u201d statt. Es war gleichzeitig das siebte Seminar, das von den Professoren Theodor Dieter und Sarah Hinlicky Wilson vom Strasbourger Institut geleitet wurde. Es nahmen zwanzig Personen aus 5 Kontinenten und 17 L\u00e4ndern daran teil. Sie kamen aus Argentinien, Kanada, D\u00e4nemark, \u00c4thiopien, Deutschland, Guyana, Hongkong, Lettland, Madagaskar, Myanmar, Polen, Senegal, Serbien, S\u00fcdafrika, Tansania und\u00a0 den Vereinigten Staaten.<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.strasbourginstitute.org\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/20151120_124437_001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3732\" title=\"20151120_124437_001\" src=\"https:\/\/www.strasbourginstitute.org\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/20151120_124437_001-300x138.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"138\" \/><\/a>Das Thema war in diesem Jahr Luthers Lehre von der heiligen Trinit\u00e4t. In der ersten Woche wurden nach einem \u00dcberblick \u00fcber den mittelalterlichen Hintergrund der Reformation die grundlegenden Texte von Luthers reformatorischer Theologie behandelt: die 95 Thesen zum Ablass und die weniger bekannten \u201eThesen zur Vergebung der S\u00fcnden\u201c von 1518, \u201eVon der Freiheit eines Christenmenschen\u201c, der \u201eSermon \u00fcber die zweifache Gerechtigkeit\u201c, \u201eEin kleiner Unterricht, was man in den Evangelien suchen und erwarten soll\u201c und als Zusammenfassung Luthers Lied \u201eAus tiefer Not schrei ich zu dir\u201c sowie Luthers Wappen, die Lutherrose. Die Texte stellten eine solide Grundlage dar f\u00fcr das rechte Verst\u00e4ndnis der Rechtfertigungslehre und der Gerechtigkeit, die uns zuerst in Christus geschenkt wird, bevor sie dann zu einem Tun der gerechtfertigten Person selbst f\u00fchrt. Wir \u00fcberpr\u00fcften auch, wie die Rechtfertigungslehre Luthers Taufpraxis einschlie\u00dflich der Kindertaufe beeinflusst hat. In den Nachmittagssitzungen wurde in Gruppen er\u00f6rtert, was die Themen von Luthers Theologie f\u00fcr die unterschiedlichen Kontexte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu bedeuten haben.<\/p>\n<p>In der zweiten Woche wurde das Thema \u201eDer dreieinige Gott\u201c ausf\u00fchrlicher behandelt, obwohl bereits in der ersten Woche klar wurde, wie tief das trinitarische Denken mit der ganzen Theologie Luthers verflochten ist. Die behandelten Texte waren Luthers Erl\u00e4uterungen im Gro\u00dfen Katechismus zum Ersten Gebot und zum Glaubensbekenntnis, eine Predigt zu Johannes 14, \u201eDie Letzten Worte Davids\u201c, \u201eDie drei Symbola\u201c und mehrere Kirchenlieder Luthers:\u201eGelobet seist du, Jesu Christ\u201c, \u201eWir glauben all an einen Gott\u201c und \u201eNun freut euch,liebe Christengmein\u201c. Luthers \u00fcbernimmt die Trinit\u00e4tslehre von der fr\u00fchen Kirche und stellt sie nicht in Frage oder weicht von ihr ab, wohl aber besteht er darauf, dass die Trinit\u00e4t \u201ef\u00fcr uns\u201c ist und dass dieses Wissen wesentlich zum Wissen von der Trinit\u00e4t geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Au\u00dfer den zahlreichen Stunden des Studiums und der Diskussion hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, die Stadt Wittenberg, ihre Probleme und Ressourcen kennen zu lernen, etwa beim Besuch des B\u00fcrgermeisters. Der Vertreter der Bisch\u00f6fin f\u00fcr Reformation und \u00d6kumene, Siegried Kasparick, berichtete \u00fcber die Vorbereitungen f\u00fcr 2017; Ralston Deffenbaugh aus Genf stellte die Arbeit des Lutherischen Weltbunds vor. An einem Nachmittag und Abend fuhren die Teilnehmenden in Kirchengemeinden au\u00dferhalb von Wittenberg zum Abendgebet und zum Austausch. Am Wochenende standen Besuche in Erfurt, Eisenach, auf der Wartburg und in Torgau sowie Gottesdienste in der Schlosskirche und der Stadtkirche auf dem Programm. Die Abendessen wurden von Teilnehmern nach Rezepten aus ihren L\u00e4ndern zubereitet; diese kulinarische Weltreise hat jeden Abend aufs Neue Begeisterung hervorgerufen. Am letzten Abend genossen alle ein Festessen mit Gerichten aus Luthers Zeit, serviert von Hans Kasch und Annette Glaubig, die als Knecht und Magd aus jener Zeit gekleidet waren und ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellten \u2013 noch einmal ein H\u00f6hepunkt am letzten Abend.<\/p>\n<p>Wie jedes Jahr war das Seminar auch dieses Mal wieder eine bereichernde Erfahrung f\u00fcr alle Teilnehmenden, ein wichtiger Beitrag zur theologischen Fortbildung und zur Vertiefung der weltweiten lutherischen Gemeinschaft. Wie ein Teilnehmer sagte, indem er Luther zitierte, war es ein \u201ejoyful exchange\u201c (ein fr\u00f6hlicher Austausch). Pastoren und Theologiestudenten aus allen LWB-Mitgliedskirchen k\u00f6nnen sich f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.lwb-zentrum-wittenberg.de\/seminars.html\">zuk\u00fcnftige Seminare<\/a> bewerben. Wer nicht pers\u00f6nlich teilnehmen kann, kann sich an der<a title=\"Die Luther Reading Challenge\" href=\"https:\/\/www.strasbourginstitute.org\/die-luther-reading-challenge\/\"> Luther Reading Challenge<\/a> des Instituts beteiligen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im November fand das 12. Seminar des LWB-Luther Zentrums \u201cStudying Luther in Wittenberg\u201d statt. Es war gleichzeitig das siebte Seminar, das von den Professoren Theodor Dieter und Sarah Hinlicky Wilson vom Strasbourger Institut geleitet wurde. Es nahmen zwanzig Personen aus 5 Kontinenten und 17 L\u00e4ndern daran teil. 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