Die 16. Plenarsitzung der Internationalen Gemeinsamen lutherisch/orthodoxen Kommission fand vom 28. April bis 5. Mai in Rhodos statt. Damit wird die Tradition fortgesetzt, dass seit 1981 ohne Unterbrechung in jedem Jahr Sitzungen abgehalten werden. Anders als gewohnt gingen dieser Plenarsitzung wegen des sehr komplexen Themas – das Amt der Kirche – drei vorbereitende Sitzungen voraus. Normalerweise gibt es nur eine Vorbereitungssitzung zwischen den Plenarsitzungen. Prof. Sarah Hinlicky Wilson hat als Konsultorin an dieser Sitzung teilgenommen.

In den Vorbereitungssitzungen der letzten drei Jahre wurde das ordinierte Amt/Priestertum im Alten und Neuen Testament, in der frühen Kirche und in der Reformation behandelt und die liturgischen Riten der Ordination und die Praxis im Blick auf die Ordination von Frauen in unseren jeweiligen Kirchen untersucht. Die Plenarsitzung wurde einberufen, um die bisher getane Arbeit zu überprüfen und den ersten Schritt zur Abfassung einer gemeinsamen Erklärung zu unternehmen.

 

Obwohl bereits viele Elemente in diesem weitreichenden Thema angesprochen worden sind, entschied das Plenum, dass weitere Arbeit erforderlich ist, bevor eine öffentliche Erklärung abgegeben werden könne, die auch das Verständnis des Bischofsamtes und der apostolischen Sukzession einbezieht. Diese Fragen sollen in den nächsten Vorbereitungs- und Plenarsitzungen aufgegriffen werden.

Weitere Gesprächsthemen ware nauch bedeutende Ereignisse, vor denen beide Kirchen stehen. Im Jahr  2016 wird das Heilige und Große Konzil der orthodoxen Kirche stattfinden; im Jahr 2017 ist der 500. Jahrestag des Beginns der lutherischen Reformation.

Wie immer gehörten zur Dialogarbeit auch Gebete und Besuche. Wir freuten uns über den herzlichen Empfang und die Gastfreundschaft Seiner Eminenz Metropolit Kyrill von Rhodos, der das Gebet im Heiligen Kloster der Gottesmutter Faneromeni sowie die Sonntagsliturgie in der Kathedrale der Verkündigung der Jungfrau Maria leitete, wie auch über einen Besuch im Ökumenischen Zentrum der Evangelischen Kirche deutscher Sprache in Griechenland. Orthodoxe Gemeinden vor Ort luden die Kommissionsmitglieder zu ausgezeichneten Abendessen ein. Ein Besuch der Altstadt von Rhodos war eines der Highlights unserer gemeinsamen Zeit.

Auch wenn wir uns der bedeutenden, manchmal unüberwindbar erscheinenden Differenzen zwischen unseren Kirchenbewusst sind, bestätigt jedes Treffen von neuem unsere Überzeugung, dass das Zusammenkommen zu Dialog und Gebet wesentlich ist für unsere Treue zu dem Gebet Jesu, dass wir eins seien.

Mehr dazu im Communiqué des LWB.

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